Im persönlichen Gespräch

„Schwachen zu helfen liegt in meinem Wesen“

Ein echter Siegertyp: Wolfgang Hoppe
Ein echter Siegertyp: Wolfgang Hoppe

Athletik, Tempo und eine familiäre Atmosphäre – das sind die Attribute, die für ihn den Bobsport ausmachen: Wolfgang Hoppe. Mit insgesamt sechs olympischen Medaillen hat sich der durch und durch sympathische Sportler in die ewige Bestenliste der erfolgreichsten Winter-Olympiateilnehmer gefahren. 1998 beendete der Ausnahmeathlet als vielfacher Europa- und Weltmeister im Zweier- und Viererbob seine aktive Laufbahn.

 

Heute genießt der Mann, der zu den erfolgreichsten Bob-Piloten aller Zeiten gehört, Erfolge als Bundestrainer.

 

Was war Ihr schönstes Erlebnis als aktiver Bobsportler?

Meine erste Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Sarajevo.

 

Wie fühlt es sich an, wenn man mit einem Rennbob den Eiskanal hinunterrast?

Wenn man aus einer Rennsportfamilie stammt, dann ist der Kick mit 150 Km/h über das Eis zu gleiten einfach nur geil.

(Anmerkung der Redaktion: Wolfgang Hoppes Vater Werner war mehrmals DDR-Meister im Motocross, sein Bruder Heinz brachte es mit 37 Titeln sogar zum Rekordmeister der DDR auf dem Geländemotorrad)

 

Gibt es noch eine andere Sportart, die Sie gereizt hätte?

Moto-Cross und Autorennen stehen an erster Stelle.

 

Welche Voraussetzungen braucht man, um ein erfolgreicher Sportler zu werden?

In erster Linie die Liebe und den Drang zur Bewegung in allen Bereichen ohne den verklärenden Blick auf einem persönlichen Vorteil oder eine materielle Bereicherung zu sehen.

 

Welche Bedeutung hat ein Trainer im Leben des Athleten?

Er ist eine Mischung aus Ersatzvater oder Mutter, Freund oder großer Bruder, Berater, Lehrer, Leitfigur - also ein wichtiger Pfeiler an der Brücke zum Erfolg. Die Erfahrung seines eigenen Lebens weiterzugeben, hilft den gewissenhaften Athleten noch schneller zum Erfolg zu gelangen.

 

Sie unterstützen intensiv die Arbeit des Kinderhospizes Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz. Wie kam es zu diesem Engagement?

Schwachen zu helfen liegt in meinem Wesen schon von Kind an. Schon im Kindergarten und in der Schule suchten Gleichaltrige den Schutz in meiner Nähe.

Mit der Unterstützung der Tour der Hoffnung (Radtour für an Leukämie erkrankten Kindern), der Organisation Sportler für Organspende mit der Initiative für Kinder Organtransplantation (KIO) und als Botschafter für das KIHOPI in Mitteldeutschland (Tambach-Dietharz) gebe ich einen kleinen Beitrag an alle Bedürftigen zurück. Ich bringe dadurch meinen Dank zum Ausdruck, dass ich in meinen Leben von größeren Problemen verschon geblieben bin und das sich die gesundheitlichen Probleme meiner Frau stabilisiert haben. Auch die Tatsache zwei gesunde Kinder und Enkelkinder zu haben ist ein großes Geschenk und Motivation.

 

Was ist Ihr größter Wunsch für die persönliche Zukunft?

Frieden, Gesundheit und Glück im weiteren Leben, für meine Familie und alle Menschen dieser Welt!