Im persönlichen Gespräch

"Der Olympiasieg hat sich tief eingeprägt"

Olympiasieger, Weltmeister, Europameister: Diskuswerfer Jürgen Schult hat die Titel alle geholt. Und mehr noch – mit einer Weite von 74,08 Metern gelang dem absoluten Ausnahmeathlet 1988 der ganz große Wurf. Weltrekord! Und zwar bis heute. Der Diplomsportlehrer, der im Laufe seiner Karriere mehr als 300 000 Würfe absolviert hat, ist seit der Saison 2001 als Bundestrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes für das Diskuswerfen der Männer tätig und auch als Wurf-Team-Manager erfolgreich.

 

Was war für Sie persönlich der schönste Moment Ihrer Sportler-Karriere?

Der Olympiasieg 1988. Aber auch der letzte Wettkampf meiner Karriere bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, bei dem ich „nur“ Platz acht belegte, hat sich tief in die Erinnerungen eingeprägt.

 

Welche Rolle spielt der Trainer im Leben der Athleten?

Am Beginn ist er die dominierende und bestimmende Person bei der sportlichen Sozialisation. Junge Athleten benötigen Orientierung. Im Laufe der Karriere muss zwischen Trainer und Athlet eine Partnerschaft auf Augenhöhe wachsen, bei der der Athlet auch seine Erfahrungen einbringt.

 

Was hilft einem Sportler dabei, ein gesundes Selbstbewusstein aufzubauen?

Ein qualitativ hochwertiges und auf Langfristigkeit orientierendes Training, gute Trainingsergebnisse und die gesunde Portion Selbstbewusstsein, ohne überheblich zu sein.

 

Was war die riskanteste, mutigste Entscheidung in Ihrem Leben?

Trainer zu werden!

 

Wann haben Sie selbst zum letzten Mal einen Diskuswurf absolviert?

Am 14.03.2010 im Trainingslager in Nikosia. Weite etwa 54m. Es war eine verlorene Wette mit meinen Athleten, die ich einlösen musste.

 

Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten?

Die wenige Freizeit, die mir als Trainer bleibt, versuche ich mit der Familie zu verbringen. Dabei geht es am liebsten in die Natur und da am liebsten an, auf oder ins Wasser. Ins Wasser aber nur, wenn die Wassertemperatur mehr als 25 Grad beträgt.